Albrecht Wenzel Eusebius von Wallenstein (eigentlich Waldstein) wurde am 24. September 1583 in Hermanitz an der Elbe geboren. Er entstammte dem alten böhmischen Adelsgeschlecht der Grafen von Waldstein. Im Alter von elf Jahren war Albrecht Vollwaise.

1615 wurde Wallenstein von den mährischen Ständen zum Obristen eines Regiments Fußvolk ernannt. Der Obristenposten stand faktisch nur auf dem Papier, und seine Ernennung war kein Resultat besonderer militärischer Befähigung, sondern zeigte seine finanziellen Möglichkeiten, da er dieses Regiment im Kriegsfalle auf eigene Kosten hätte aufstellen müssen. Zudem war die Ernennung wohl ein Zeichen für seine Zurückhaltung in politischen und religiösen Fragen.

Die erste Chance für Wallenstein auf militärischem Gebiet kam, als sich Erzherzog Ferdinand, der spätere Kaiser Ferdinand II., 1615 in den Friauler Krieg gegen die im Mittelmeer vorherrschende Seemacht Venedig verwickeln ließ. Im Februar 1617 wurde die militärische und finanzielle Lage und die Versorgung der Truppen so schlecht, dass Ferdinand zum äußersten Mittel griff und an seine Stände und Vasallen appellierte, ihm auf eigene Kosten Truppen zu senden. Nur Wallenstein kam dem Hilfegesuch nach. Dies war der Beginn seiner militärischen Kariere, in deren Verlauf Wallenstein unzählige Schlachten schlug und zunehmend politischen Einfluss nehmen konnte.

Wallenstein trug die Titel Herzog von Friedland und Sagan, kaiserlicher Kriegsrat und Kämmerer, Allerhöchster Obrist von Prag und General.

Als Feldherr war er ein vorsichtiger Mann, jedoch ein kluger Stratege, den seine Gegner – auch politisch – nicht unterschätzen durften. Wallenstein war einer der ersten Feldherren modernen Stils, vor allem in den Grundsätzen der Führung und Logistik seines vom ihm geworbenen Heeres, das er für Kaiser Ferdinand XI. einsetzte.

Quelle: www.wallenstein-mm.de